10 Dez

Umgestaltung der Friedhöfe

Umgestaltung der Friedhöfe

In der November-Stadtratssitzung stand auch die Verabschiedung der neuen Friedhofssatzungen (Bestattungssatzung und Gebührensatzung) mit Anpassung der Gebühren auf der Tagesordnung. Im zurückliegenden Haushaltsjahr erreichte das Defizit bei beiden Friedhöfen zusammen eine Höhe von 175.000 Euro. Die Friedhofsgebühren sind aber nach dem Prinzip der Kostendeckung zu erheben. Die letzte Kalkulation stammt aus dem Jahr 2016 und musste nun neu erstellt werden.

 

 

Da sich die Anforderungen an Bestattungsmöglichkeiten in den letzten Jahren sehr geändert haben, wurde beschlossen, dass in Kolbermoor zukünftig alternative, pflegefreie Bestattungen angeboten werden sollen. Auf dem Alten Friedhof werden Urnengemeinschaftsgräber errichtet, die bereits ab Januar belegt werden können.

Auf dem Neuen Friedhof „Am Rothbachl“ werden Baumbestattungen und Rosenbestattungen eingerichtet, die im Laufe des nächsten Jahres belegbar sein werden.

Die Grabstätten können bei einem aktuellen Sterbefall erworben werden, ein Vorkauf ist für diese Grabarten nicht möglich.

Gebühren ab 1. Januar 2022

Neue Grabnutzungsgebühren pro Grabstätte und Jahr (in Klammern die bisherigen Gebühren):

Auf dem Alten Städtischen Friedhof auf der östlichen Spinnereiinsel östlich der Ludwigstraße:

Einzelgrab: 68 (bisher 50 €) Euro
Doppelgrab: 136 Euro
Kindergrab: 36 (bisher 17 €) Euro
Urnenerdgrab (groß): 80 Euro; Urnenerdgrab (klein): 57 Euro; Urnennische und Urnenwand: 62 (bisher 60) Euro
Pflegefreies Urnengemeinschaftsgrab: 128 Euro
 
Auf dem Neuen Städtischen Friedhof „Am Rothbachl“:
 
Einzelgrab: 77 (bisher. 43) Euro
Doppelgrab: 135 (bisher: 70) Euro
Kindergrab: 36 (bisher 17) Euro
Urnenerdgrab: 57 (bisher 43) Euro; Urnennische: 62 (bisher 60) Euro
Baum- und Rosengrabstätten: 126 Euro
Anonymes Urnenerdgrab: 24 Euro

Parallel zur Gebührenanpassung wurde auch die Friedhofs- und Bestattungssatzung neu gefasst, um die Veränderungen in der Bestattungskultur aufzunehmen.

Bei den Voraussetzungen für eine Grabnutzung ist in der neuen Satzung vorgesehen, dass die Grabstellen Kolbermoorer Einwohnern vorbehalten bleiben sollten. Damit soll vor allem „Grabtourismus“ in größerem Stil vermieden werden. Jedoch werde diese Regel „mit Augenmaß" angewendet, so Bürgermeister Peter Kloo in der Sitzung. Für Kolbermoorer seien die Friedhöfe natürlich immer offen, auch wenn sie ihre letzten Lebensjahre etwa in einem Seniorenheim außerhalb verbracht hätten. Auch Eltern, die selbst nicht in Kolbermoor gewohnt hätten, könnten hier begraben werden. Solchen Wünschen werde sich die Stadt nicht verschließen.

Die neue Satzung berücksichtigt auch, dass statt klassischer Erdgräber immer mehr spezielle Urnengrabstellen nachgefragt werden, vor allem weil viele Hinterbliebene die Pflege einer Erdgrabstelle nicht übernehmen können oder wollen.

Für diese neuen Urnengrabstellen soll nun am Neuen Friedhof (Am Rothbachl) eine passende und angemessene Umgebung gestaltet werden. Die Grabstellen werden sich zum Teil an den bereits bestehenden großen Bäumen befinden. Um 13 Bäume herum wird es Grabplätze für jeweils 20 Urnen geben. Alle Bäume sind durch kleine Wege erschlossen, die Namen der Verstorbenen finden sich an einer Stele, die auf jeder ihrer vier Seiten für fünf Namensschilder Platz bietet. Diese Schilder sind entweder Bronzetafeln oder aus gelasertem Aluminium in der einheitlichen Größe von 15 auf 15 Zentimetern.

Im nordwestlichen Teil des Friedhofs wird ein großer Rosengarten angelegt, wo zahlreiche verschiedene Rosenarten zu finden sein werden. Dafür müssen aus Beschattungsgründen einige der vorhandenen Sträucher weichen. Der markante Kirschbaum bleibt jedoch erhalten. Hier werden sich insgesamt gut 500 Einzelgrabstätten befinden. Sie sind verteilt auf 15 Felder, die jeweils von kleinen Wegen erschlossen werden. An jeder Grabstätte kann eine kleine Bronze- bzw. Aluminiumtafel angebracht werden, die auch hier wieder individuell gestaltet werden kann, also zusätzlich zum Namen auch ein Bild oder einen Segensspruch. Wenn gewünscht, kann diese Tafel auch mit einer Kerzenhalterung versehen werden.

Der Planentwurf des Friedhofkompetenzzentrums Hartl wurde vom Stadtrat einstimmig beschlossen. Die Ausschreibungen sollen noch heuer starten.

Die Kosten für die Umgestaltung des Friedhofs werden sich auf etwa 160.000 Euro belaufen.

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